Es ist mal wieder das letzte schöne Wochenende im Herbst angesagt und folglich müssen wir raus in die Berge. Da gibt’s nix. Hike and fly ist eh viel zu kurz gekommen dieses Jahr und so machen wir uns auf ins Lechtal.

Auf gehts, auf die Schwanzhanskarspitze im Lechtal bei Reutte, Wetter ist geil.
Erste Rast am Älple.

Samstags sollte die Schwarzhanskarspitze auf dem Programm stehen, da sie laut Beschreibung in alle nördlichen Richtungen startbar wäre. Dies können wir bestätigen. Es handelt sich um einen Grasberg der keine Wünsche offen lässt.

Im Tal parkt man in Forchach im Dorf oder fährt mit dem Bus hin. Macht man letzteres kann man nach Reute zurück fliegen wenn man es macht bevor man in den Talwind gesunken ist, dieser weht von Reute her und weiter Richtung Süd. Im Ort, am Gasthof Sonne startend führt ein sehr schöner Wanderweg nach oben, den man fast nicht verfehlen kann der aber auch nicht in Opentopomap eingezeichnet ist. Am Älple, das man nach 2 h erreicht, kann man wunderbar Pause machen. Hier gibt es auch zwei Hütten, diese sind aber vermutlich auch im Sommer nicht bewirtschaftet. Folglich waren wir die einzigen, die heute auf diesen Berg wanderten, neben einer laut diskutierenden 6er Gleitschirmflieger Gruppe, die uns überholend uns darauf hinwies, dass an dem Berg Flug verbot herrsche – und einem Wanderer mit seinen zwei Kindern, die wir überholten. Vielleicht lag es aber auch an dem unaussprechlichen Namen, der es Wandrgruppen sicher nahezu unmöglich macht, sich zu dieser Wanderung zu verabreden.

Weiter gehts über felsige Wege...
...auf einen wunderschönen Grasberg auf über 2000 m
Gipfelkreuz in Sicht
Herrliche Aussicht auf die Zugsitze

Nach einer weiteren Stunde am Grassaum angekommen, keine 30 Minuten vom Gipfel weg, sahen wir 6 Gleitschirme Starten. Wir hatten es nicht eilig. Es würde den ganzen tag startbar bleiben. Am Sattel, 50 m unter dem Gipfel, ließen wir die Rucksäcke stehen – dies würde der Startplatz werden, und statteten dem Gipfel einen Besuch ab. So ein Gipfel kennt sich aus mit der Gastfreundschaft und so hatte er für uns seine schönste Aussicht ausgepackt. Hinten thronte die Zugspitze, vorne der Tegelberg. Neunerköpfle direkt auf der anderen Seite und weiter weg der Spießer. Auch einige zukünftige Hike and Fly touren drängten sich geradezu auf.

Gipfelfoto und Picknik und dann nach dem Hike....
...das Fly. Hier die Flieger der überholenden Gruppe

Nach einem Picknick mit Käse und Brot machten wir uns an die Startvorbereitungen. Ich startete zuerst und flog hier hin und dahin, manchmal konnte ich die Höhe halten. Ich flog mit viel Höhe Richtung Tal um noch einige Flugmanöver zu üben und stellte fest, dass ich extrem vorhalten musste und nur sehr langsam Richtung Talmitte vorankam.  Mit einem solch starken Talwind hatte ich Mitte Oktober eigentlich nicht mehr gerechnet. Ich schenkte mir die Übungen und konzentrierte mich auf den Fahrstuhl. Ich wollte noch hinter die Kuhherde fliegen um dahinter zu landen, kam aber keinen Zentimeter vorwärts. Unter mir die Straßenkreuzung war keine geeignete Landefläche, aber ich konnte etwas seitlich fliegen und war dann am Seitenstreifen, auf dem ich gemütlich heruntersinken konnte. Laminar war er jedenfalls, der Wind. Meine Freundin hat ein etwas langsameres Modell, ihr musste ich beim Rückwärts landen zuschauen, aber auch sie ist gut unten angekommen. Das erste was ich nach diesem Wochenende gemacht habe war, Funkgeräte und Headsets für beide zu kaufen. Am Funk hätte ich sie viel früher Luvseitig schicken können, bevor sie in den Talwind sinkt.

Am Grubi

Am nächsten Tag sollte der Grubigstein auf dem Programm stehen. Morgens war es extrem nebelig und wir fragten uns, ob man überhaupt fliegen könne. Ich war mir sicher, dass der Nebel in 1-2 Stunden wieder weg sein würde und so kauften wir Liftkarten. Eigentlich sollte es eine Tageskarte werden aber zum dritten Mal in Folge tappe ich am Grubigstein in die „es hat nur noch die untere Sektion geöffnet“ Falle und nach einigem hin und her beschließen wir, aus dem Flug tag ein Fike and Fly tag zu machen. Das erwies sich als Gut denn der Nebel hielt sich hartnäckig und an der Wolfratshausener Hütte war die Landschaft komplett aufgebraucht. Auch oben am Nordstart angekommen waren die Wolken sehr aktiv und belohnten uns mit atemberaubenden
Landschaftsbildern aber an einen Start war noch nicht zu denken. Das war eine ideale Gelegenheit, den Grubigsteingipfel endlich mal zu erwandern und nicht immer nur zu erfliegen. Die verbliebenen 300 m haben es in sich. Schroffe klippen und ausgesetzte Wege erfreuen den schwindelfreien Wanderer. Die Aussicht vom Hauptgipfel ist der Hammer.

Am nächsten Tag auf dem Grubigstein. der erste Startplatz an der wolfratshausener Hütte präsentierte sich uns etwas undurchsichtig...
Irgendwann war die Sicht auf die Zugspitze frei... näher als Gestern
Der extrem schroffe und ausgesetzte Gipfel des Grubigstein. Wir mussten uns hinsetzen weil es schon etwas flau im Magen wurde.
Thumbs up

Hatten wir gestern einen gutmütigen Grasberg so sitzen wir heute auf einem schroffen Stein, auf dem man sitzen bleibt und nicht herumläuft, einfach wegen der Angst, zu stolpern. Wir steigen wieder die 300 m hinunter auf die Ebene, auf der in wenigen Wochen wieder der Ski-Zirkus stattfindet und die gerade noch an eine Mondlandschaft erinnert und wo auch die Startplätze des
Grubigstein sind. Leethermik im Süden wird durch Nebelfetzen verdeutlicht und lädt nicht zum Starten ein. Der Wind kommt eindeutig aus Nord. Am Nordstartplatz stehen wir noch und überlegen ob uns der Wind nicht zu stark ist, da schläft er ein und aus einem Starkwindstart wurde ein Nullwindstart. Auch nicht besser, bei der kurzen Laufstrecke. Aber wir nehmen das in kauf und gleiten nach einem schönen Start sicher in die Tiefe.

Vom Grubi-gipfel. Nach dem Hike wie immer...
... das Fly. Aber ich hab vergessen den Schirm auszupacken. Gerade noch rechtzeitig gemerkt.
Dann aber doch der perfekter Abflug und Landung am Grubi-Landeplatz. Schee wars.

Auf der Heimfahrt nach München fahren wir über Ettal um in der Klosterwirtschaft zu essen. Als wir am Tisch sitzend 10 Minuten ignoriert wurden fuhren wir weiter und hatten in Murnau einen sehr leckeren Abschluss des Wochenendes.

Links

  • Beschreibung der Wanderung auf di Schwarzhanskarspitze bei Bergfex
  • Eine Beschreibung für Flieger bei Paraalpin
  • oder bei HikeandFly.info
  • Die Wanderung am Grubigstein ist z.B.  hier beschrieben

Written by Florian

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