Heute Morgen stellte ich ihn auf die Waage, meinen Rucksack mit der Gleitschirmausrüstung. 9,8 kg für die Minimalausrüstung. Mit Fotoapparat und Wasserflasche wird es etwas mehr aber das ist im wahrsten Sinne des Wortes „tragbar“. Mit dem Erwerb des Mentor 4 light von Nova habe ich nun nahezu meine komplette Erstausrüstung ersetzt und hoffe, einen Stand erreicht zu haben der mich eine Weile zufrieden stellt.

Landung mit Mentor 4 Light

Nachdem ich vor einigen Wochen bereits vom Gradient Golden 4 (siehe hier) begeistert war testete ich nun noch den Mentor 4 light von Nova über ein verlängertes Wochenende am Watles in Südtirol. Ich war anfänglich leicht skeptisch. Der Schirm ist als high Level B eingestuft und soll laut DHV ein recht heftiges Frontklaper verhalten haben. Nachdem ich außer dem Golden Tester noch nie einen anderen Schirm als meinen A-nfänger Schirm geflogen war ging ich mit viel Respekt an die Sache. Als wir nach der langen Anfahrt endlich am Startplatz ankamen herrschte bereits heftige Mittagsthermik und ich beschloss den Erstflug auf den Abend zu verschieben.

Am Wattles

Als die Thermik etwas ruhiger geworden war packte ich aus. Der erste Eindruck: vor mir liegt ein leichter Schirm mit Spielzeugguten. Ich bereite mich für das Rückwärtsaufziehen vor. Beim Einhängen hatte ich Probleme, die Gurte richtig einzuhängen da zum einen die Karabiner meines Gurtzeugs Swing Revers Connects schräg angeordnet sind und zum anderen die Gurte des Mentors sehr filigran sind. Ich zog auf und startete. Nach dem Start stellte ich fest, dass ein Gurt verdreht war und beide Steuerleinen einmal um die Gurte gewickelt waren. Letzteres passierte noch einige Male aber irgendwann hatte ich den Bogen raus und auf das Rückwärts einhängen funktionierte problemlos. Vorwärts aufziehen war vom Einhängen her kein Problem jedoch überschoss der Schirm am Anfang regelmäßig und der Start gelang nur aufgrund des steilen Geländes und einem entschlossenen Spurt. Hier ist noch ein wenig Groundhandling fällig um mich an die Light-Eigenschaften zu gewöhnen.

Am Wattles 2

Das Fliegen mit dem Mentor 4 light ist ein Traum. Thermik Zentrieren ist wie beim Golden kein Problem. Im Gegensatz zum Golden hatte ich allerdings den Eindruck, dass der Mentor noch eine Spur Dynamischer ist. Man muss wissen was man macht um sich nicht plötzlich in einer Steilspirale wiederzufinden und man muss mit unerwartet schnellen, dynamischen Kurven umgehen können. Kann man das ist der Mentor genial. Ich benötigte trotz relativ starkem Wind keinen Beschleuniger und hatte eigentlich auch gegen den Wind immer um die 20 km/h Vorwärtsfahrt über Grund. Einmal benötigte ich zum Landen über 30 Minuten. Gelassen glitt ich das Tal hoch und runter bis ich irgendwann unten war denn das Ohren anlegen wagte ich nicht da der A-Gurt ungeteilt ist und die äußere A Leine jeweils ein Drittel des Schirmes abspannte. Am nächsten Morgen, nach Rücksprache konnte ich dann doch die Ohren anlegen. Sie bleiben auch beim loslassen der A-Leine angelegt und man kann die Leine weiter Nachziehen um noch mehr Ohr einzuholen. Zur Ausleitung kann man mit den Steuerleinen Pumpen um das öffnen zu beschleunigen.

Landung 2

Beim Landen entdeckte ich erst gegen Ende des Testwochenendes die eingebaute Landeplatz-Treff-Automatik. Passt der Endanflug nicht kann ich durch ausflairen den Endanflug drastisch verlängern oder durch das Fliegen von leichten Kurven verkürzen. Bei meinem A-Schirm war das nicht möglich und auch beim Golden hatte ich das nicht bemerkt.

Ich habe mich für den Schirm entschieden da ich mich mit jedem Flug wohler gefühlt hatte und mit der Dynamik umgehen kann, das war auch der Eindruck der Beobachter. Fliegt man unerwartet auf einen Hang zu kann man die Kurve enger machen und abhauen, gegen den Wind kommt man vorwärts und Hindernisse beim Start oder im Landeanflug können in gewissen Grenzen überbremst werden. Für mich ist das ein Sicherheitsplus. Klapper hatte ich auch, aber wenige und die waren unproblematisch. Das Frontklapperverhalten werde ich im Sommer über dem Hallstätter See eingehend beim Sicherheitstraining testen. Aufgrund des Dynamischen Verhaltes muss man aber bei diesem Schirm „am Ball“ bleiben. Längere Pausen sind Tabu. Ob das ein Problem wird, wird sich noch herausstellen.

Links

Der Mentor 4 light bei Nova

Video von einem Sicherheitstraining mit dem Mentor

Written by Florian

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