In Mandling hatte sie auf mich gewartet, war da als ich sie letztes Jahr brauchte. Ich konnte bei Ihr landen und saß erstmal eine Weile fest.  Immer hatte ich seit dem das Gefühl, da muss noch was kommen, ich bin noch nicht da. Irgendwie auf der Durchreise. Jetzt haben wir uns getrennt. Die Landewiese in Mandling und Ich gehen nun getrennte Wege. Sie war auch irgendwie ziemlich besch@#xx drauf als ich Sie jetzt auf dem Durchflug nochmal sah. (siehe auch den Beitrag „Streckenfliegen“ vom letzten Jahr)

Ennstal im Nebel
Später ist das Wetter besser
Ennstal im Nebel
Stoderzinken

Vom Bischling nach Moosheim

Seit über einem Jahr  wollte ich vom Bischling Richtung Ennstal fliegen und auf dem Flugschullsandeplatz des Skyclub Austria landen. Mein allererster Versuch, auf Strecke zu gehen, endete letztes Jahr in Mandling kurz vor dem Sprung zum Dachstein. Jetzt hat es geklappt.  Nach dem obligatorischen unfreiwilligen Morgenabgleiter kaufe ich mir nochmal eine Einzelkarte für den Lift, stärkte mich mit einem Kaiserschmarrn, dann ging es los. Ich flog die klassische Route über den Rossbrand und Dachstein nachdem ich eine akute Absaufgefahr bei Eben im Pongau gebannt hatte. Eigentlich bereitete ich mich bereits auf die Landung neben dem Bahnhof vor und fragte mich ob ich es wohl noch über die Ortschaft schaffe, als die rettende Thermik da war. Langsam schraubte ich mich wieder in ernstzunehmende Höhen und konnte damit zum Rossbrand hüpfen. Die Thermik wurde immer besser und so gab es am Dachstein bereits 2900 m. Das langte nicht ganz für die Gipfelüberhöhung am Dachstein aber kalte Finger bekam ich auch so. Weiter ging es zum Stoderzinken. Der Berg der mich bisher immer hängen ließ und mich erst am Tag zuvor mit Absaufen beglückte, hatte seinen West-Bart an. Steilspiralenähnlich schraubte ich mich wieder auf 2900 m hoch und flog weiter zur Kammspitze. Letztere war nur noch Zugabe, mein Ziel hatte ich längst erreicht. Rüber zum Grimming fliegen wäre auch noch nett. Vielleicht wäre das sogar möglich gewesen aber plötzlich setzte sich die Einsicht durch, dass es mir einfach nur kalt war und ich gab auf. Ich flog eine 90 Grad Kurve Richtung Moosheim und landete im Schnellverfahren. Extrem zufrieden packte ich meinen Schirm zusammen und widmete mich dem Landebier im Schloss. 2900 m und 54 km sind die Eckdaten dieses Fluges.

Link zum Track: Flug vom Bischling

Hauser Kaibling
Hauser Kaibling
Leinen Sortieren
Start auf der Skipiste am Hauser Kaibling
Auf richtung Abendessen...

Vom Kreuzkogel nach Radstadt

Zwei Tage später flog ich in Dorfgastein vom Fulseck. Auch hier ging es erst nach einem ersten Abgleiter aufwärts. Beim zweiten Flug konnte ich den Gipfel überhöhen und war der Meinung, der Erfolg liege im Arltal, an der Ostflanke des Fulsecks. Dummerweise war die Ostflanke im Lee und es wurde ziemlich ruppig. Nachdem ich mich wieder hinauf gearbeitet hatte, wollte ich wieder zurück auf die Westseite und das Gasteinertal  aber je näher ich dem Sattel kam umso stärker wurde das sinken. Irgendwann musste ich abdrehen und flog direkt in das Arltal. Ich konnte mich an dessen Westflanke auch wieder auf Gipfelniveau hinauf arbeiten aber die Höhe verlor ich wesentlich schneller wieder als ich sie mir erarbeitet hatte. Irgendwie war die Basishöhe noch nicht so ganz brauchbar. Ich hatte keine Lust mehr und beschloss zu landen. Glücklicherweise gab es von hier eine Bahn auf das Kreuzkogel das direkt über den Grat und die Skipiste mit dem Fulseck verbunden war.  Oben angekommen sparte ich mir die Wanderung und startete direkt ab dem Kreuzkogel auf einer Skipiste. Die Konditionen waren nun perfekt. Inzwischen hatte jeder Berg seine Schäfchenwolke und die Basis war wesentlich gestiegen. Meinem kleinen roten Taxi, das sich die Zeit mit Ski fahren vertrieb versprach ich, in einer Stunde unten zu sein. Eine leichtsinnige Aussage wie sich herausstellte.

Ein paar Kreise und ich hatte den Grat überhöht. Den Grat entlang fliegend sah ich unten, auf halbem Weg zum Fulseck, meine Begleitung winken. 100 m Höher erwachte die Gemeinheit in mir und ich winkte zurück und klopfte den Schnee von meinen Schuhen. Wieder erwarten hatte der Schnee tatsächlich sein Ziel nur knapp verfehlt und ich bekam später noch ordentlich  was zu hören – ich war begeistert.

Start am Kreuzkogel
Kreuzkogel
Über dem Gasteinertal

Inzwischen war auch die Südwand von Schuhflicker, Hochegg und Aufstuhl an. Ich konnte mich hocharbeiten und die Gipfel überhöhen. Wieder erreichte ich 2900 m. Eine halbe Stunde durfte ich noch, dachte nicht im Geringsten mehr ans Landen und flog vor zum Sandkogel oberhalb des Pongaus. Die Welt ist mein – dachte ich und hüpfte über das Arltal. Es war bereits nach 16 Uhr und alle Westhänge waren zuverlässig an. Die Stunde war rum. Man müsste irgendwie Bescheid geben. Aber wie? Ich schraube mich den Grießenkareck hinauf. Eventuell irgendwo Toplanden und anrufen? Überquerte Flachau und die Autobahn nach Kärnten. Als ich am nächsten  Hang nicht gleich einen Aufwind fand akzeptierte ich dies als Wink mit dem Zaunpfahl und landete auf den Wiesen vor Radstadt. Das rote Taxi war schon unterwegs und sammelte mich am Bahnhof ein. Totale Begeisterung schlug mir nicht gerade entgegen als ich anrief aber ich konnte glaubhaft versichern dass ich einfach nicht anders konnte. Hier fliege ich, ich kann nicht anders :-).

Link zum Track: Flug von Dorfgastein

Alles in allem war es eine phantische Woche im Ennstal und wir genossen bei sagenhaftem Fühlingswetter die Gastfreundschaft der Schlossgeister vom Schlosshotell Thanneg. Fast jeden Tag konnte ich tolle Flüge von Stoderzinken, Hauser Kaibling, Bischling und Fulseck machen. Danke auch an meine Skifahrende Begleitung Sonja und ihr kleines rotes Taxi mit Fotoservice durch das ich immer rechtzeitig beim 5 Gänge Menü im Schloss war.

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Written by Florian

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