Wir verließen Hiroshima mit dem Boot über die japanische Inlandsee Richtung Takahama auf der Insel Shikoku. Von dort ging es mit der Bahn weiter nach Matsuyama. Auf Matasuyama waren wir schon gespannt denn hier hatten wir eine traditionelle japanische Unterkunft gebucht. In einem Ryokan sind die Zimmer mit Bastmatten ausgelegt. In der Mitte steht ein kleiner Tisch um den man sich auf den Boden setzen kann um daran zu essen und zum Schlafen werden Futons auf dem Boden ausgelegt die am morgen wieder weg geräumt werden. Natürlich werden die Schuhe bereitas an der Haustüre ausgezogen. Außerdem gab es in Matsuyama noch die Burg Matsuyama-jō zu besichtigen und den Isaniwa-Schrein aber zuerst der Höhepunkt, ein Bad im Dogo-Onsen.

Mit der Fähre geht es von Hiroshima nach Takahama
Fahrkartenkauf in Takahama
Mit der Regionalbahn geht es weiter nach Matsuyama
Das Ryokan ist ein Gästehaus mit traditionellen japanischen Zimmern.

Das Dogo Onsen in Matsuyama ist das älteste Badehaus Japans. Viel liest man über die strengen Verhaltensregeln die man beim Besuch des Badehauses beachten muss. Eine viertel Stunde öffentliches Waschen bevor man ins Becken geht, Seife vorher gründlich abwaschen, das Onsen-Handtuch nicht nass werden lassen, konnte man eigentlich alles richtig machen oder würden die anderen angewidert das Becken verlassen wenn wir hinein gingen? Eigentlich war alles ganz unkompliziert wie so oft, wenn wir uns von den seitenlangen Verhaltensregeln haben einschüchtern lassen. Wir betraten das Onsen, bezahlten den Eintritt, schlossen unsere Schuhe in den Schuhschrank ein und den Regenschirm in die Regenschirmverschlussanlage. Nach dem Umkleiden gingen wir in den Baderaum für Männer. Immerhin wussten wir von den Verhaltenslisten, das die Anwesenden sehen wollten, dass man sich wäscht. Wir benutzten also die am Rand angebrachten Duschen demonstrativ und badeten anschließend ohne, dass jemand das Wasser verlassen hatte oder auch nur angewidert geschaut hätte. Japanische Höflichkeit – oder alles richtig gemacht? Nach dem Baden legten wir uns mit einem Glas grünen Tee auf die vorhandenen Ruhesessel. Den Tee gab es kostenlos im Umkleideraum. Sehr relaxt, das Ganze.

Blick über die Stadt Mazuyama
Baden im ältesten Badehaus Japans
Am Eingang zum Dogo Onsen findet sich diese Intresannte Anlage.

Der Isaniwa-Schrein ist das Heiligste was Matsuyama zu bieten hat. Wie bei allen Schreinanlagen steht am Eingang ein Waschbecken. Damit soll sich der Besucher reinigen. Zuerst gießt man mit dem vorhanden Löffel Wasser über die rechte Hand, anschließend über die Linke. Am Ende nimmt man noch einen Schluck Wasser in den Mund. Wichtig ist, die Hände über den Boden zu halten und nicht über das Becken um das verschmutze Wasser nicht zurück zu leeren und somit das Becken zu verunreinigen. Nun ist man gereinigt und kann den Schrein betreten.

Vor dem Betreten des Schreins soll sich der Besucher Waschen.
Die Tafel erklärt das korrekte Waschprozedere. die Bilder sind übrigens von rechts nach links zu lesen.
Isaniwa Schrein in Matsuyama

Am Ende der Matsuyama Runde flanieren wir noch durch den Stadtpark und beastaunen allerlei fremdartige Pflanzen.

Kurze Pause im Park
Entspannung im Grünen

Kyoto

Auf dem Weg nach Kyoto
Gerade saß er noch da aber nun ist das Musum wohl geschlossen.
Geysha in Kyoto
Kyoto im Regen
Erst erschreckend unübersichtlich aber dann kahm doch noch eine Fahrkarte heraus.
Kindergartenkinder in der U-bahnstation

Weiter ging es, von Matsuyama anch Kyoto, der einstigen Hauptstadt Japans welche aber noch immer das geistige Zentrum Japans ist. Der Fushimi Inari-Taisha ist einer der bekanntesten Schreine Japans. Besonderes Merkmal sind die Wege aus Torii, den markanten Toren die normalerweise am Eingang eines Schreins oder stehen oder unterschiedliche Teile des Tempels voneinander abgrenzen. Hier durchschreitet man tausende von Torii die alle von Gläubigen gespendet wurden, auf dem Weg auf einen Hügel, auf dem das Heiligtum des Schreines ist, ein Spiegel. In Wikipedia heißt es: „Die in den Schreinen aufbewahrten Verehrungsgegenstände (shintai) gelten als „Sitz“ oder „Wohnort“ der verehrten Gottheit und werden niemals hergezeigt. Typische shintai sind Gegenstände, die in der japanischen Frühzeit, als deren jeweilige Herstellung im Land selbst noch nicht beherrscht wurde, in geringer Zahl vom asiatischen Festland nach Japan gelangten und dort als Wunderwerke galten; darunter Bronzespiegel, Schwerter oder die sogenannten „Krummjuwelen“ (magatama). Es können aber auch Statuen oder andere Objekte als shintai dienen. In manchen Fällen ist das Aussehen des shintai selbst den Priestern des jeweiligen Schreins unbekannt.“ Beim Spiegel im Fushimi Inari-Taisha ist das anders, er ist öffentlich sichtbar. Dass die Gottheit im shinto-Glauben in mehr oder weniger beliebigen Gegenständen wohnen kann könnte das für uns mitunter sonderbar anmutende persönliche Verhältniss sein, dass man in Japan zu Gegenständen eingehen kann, es ist wohl kein zufall, dass das Tamagotchi eine japanische Erfindung war. Anschließend besuchten wir den  Otowasan Kiyomizudera, einem der berühmtssten buddistischen Tempel Japans. Von hier aus hat man eine tolle Aussicht über sie Stadt.

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Essen in Japan

Aber was isst man denn nun in Japan? Den ganzen Tag Sushi? Von wegen, genauso wenig wie bei uns Baumkuchen im Mittelpunkt steht, den gibt’s hier tatsächlich überall und da steht auch „Baumkuchen“ drauf, genauso wenig essen die hier den ganzen Tag nur Sushi. Das gibt’s schon aber es ist relativ teuer. Wichtiger sind Nudelsuppe und Co. Nicht immer ganz einfach ist es, herauszufinden ob ein Gericht echt Japanisch ist oder „einjapanisiert“ wurde. Schnitzelähnliches gab es jedenfalls auch, stäbchengerecht kleingeschnitten.

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Schnell noch ein paar Sushi aus dem Supermarkt einwerfen.

Spannend sind auch die Restaurants selber. Oft gleicht die Karte einem riesigen Bilderbuch und außen im Schaufenster stehen die Gerichte in Plastik. An Automaten am Eingang löst man sich das entsprechende Ticket und gibt das bei der Bedienung ab. Wasser und Tee gibt es oft Kostenlos dazu. Wer sich nicht auskennt macht einfach das bereits beschriebene fragende Gesicht. Das was man dann bekommt ist meistens wahnsinnig lecker.

Wirklich baff war ich über die Freundlichkeit der Leute. Die in dem einren Restaurant in Kyoto konnten kaum Englisch und die Speisekarte war nur auf japanisch ohne Bilder. Man stelle sich die vergleichbare Situation bei uns vor. Die Bedienung hat sich riesig gefreut dass wir da waren und hat mit uns gelacht und wir haben gutes Essen bekommen. Hier wird überhaupt seht gerne und oft gelacht aber nie, wirklich nie gehässig sondern immer freundlich.

Wanderung Japanische Alpen

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Takayama ist ein gemütliches nettes Bergstädchen in den Japanischen Alpen mit viel Holz an den Häusern. Wir wollten hier wandern gehen. Am nächten Morgen ging es mit dem Bus nach xyy und dann zu Fuß auf den Berg. Irgendwann kahmen wir an eine bewirtschaftete Hütte in der wir Ramen aßen und mit den anderen Wanderern fachsimpelten.

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Anschließend ging es weiter auf den Gipfel. Unterwegs kamen uns neben Japanern auch Australier entgegen. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto folgte der Abstieg zur Doppelstöckigen Seilbahn und die Anschließende Rückfahr nach Takayama. Alles in allem also durchaus vergleichbar mit einer Wanderung in den österreichischen Alpen.

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Eisenbahnnuseum

im Eisenbahnmuseum in Omiya. An den Geländern schauen die Zuschauer begeistert beim Drehen der Drehbühne zu.
Das klassische Experiment mit Kegelförmigen Rädern und Rädern die eine wagrechte, zylindriasche Form haben. Die Kegelförmigen, wie im Bild fahren von ganz alleine durch die Kurve. Im Eisenbahnmuseum von Omiya.
...war von Kindern und Vätern umlagert. Wo ich doch so gerne auch mal gefahren wäre.

Auf dem Weg nach tokyo machten wir noch einen Zwischenstopp im Eisenbahnmuseum von Ōnari. Hier wird die japanische Jugend auf die Eisenbahn eingestimmt. Eine moderierte Veranstaltung mit viel Andrang im Eingangsbereich kürte stilze 5 Jährige mit Eisenbahnermützen und im Innenbereich konnten die zukünftigen Ingenieure erfahren warum ein Rad rund sein sollte und ein Rad konisch. Die weitgereisten erfuhren intresanntes zur Erfolgsgeschichte des Shinkansen. Abends in Tokyo wollten wir nochmal richtig gepfleght Sushi essen gehen was daran scheiterte das wir trotz intensiver Suche kein Sushirestaurant fanden :-).

S-Bahn in Tokyo
In Tokyo.
über Tinda nach Moskau, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann weiter nach Wien.

So, nun war es also soweit. Wir saßen in Tokyo im Flieger nach Moskau (Aeroflot) und haben zusammen mit dem Piloten auf die Freigabe gewartet. Während die Maschine bereits zurück gedrückt wird laufen auf dem Bilschirm vor mir die üblichen Sicherheitshinweise dass man beim Start bitte sein Handy und die ferngesteuerten Panzer ausschalten soll. Dies gelanweilt zu Kentnis nehmend schaue ich zum Fenster heraus und sehe drei (japanische) Flughafenmitarbeiter in Warnkleidung, die offensichtlich ihre Arbeit an unserem Flugzeug erledigt hatten, uns fröhlich zuwinken. Dann verbeugen sie sich Richtung Flugzeug und gegen sich selbst bevor sie aus meinem Blickfeld verschwinden. Tja, Kulturen sind verschieden.

Written by Florian

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