Nachtrag

Inzwischen bin ich wieder zuhause angekokmmen und voller toller Eindrücke und Erinnerungen. Diesen Blogbeitrag schrieb ich begleitend während der Reise. Der Beginn der Reise ist am Ende des Betrags, das Ende der Reise dementsprechend am Anfang des Betrags. Innerhalb der Datum-Kapitel ist die Abfolge beim Lesen chronoligisch.

06.10.2016 Am Ende der Seidenstraße 

Heute sind wir in Xi’an mitten in China angekommen. Die Millionenstadt liegt am Ende der Taklamakan Wüste und wer hier ankam hatte es geschafft oder noch alles vor sich: das Ende der Seidenstraße. Viel ist in dieser hecktischen Stadt nicht übrig von der Einsamkeit des Parmir Highways. Vorher waren wir noch in Urumqi bei den Uiguren und ich konnte endlich uigurisch Essen. Der Hühnertopf der berühmt ist für seine Nudeln hat so gut geschmeckt wie beim Frankfurter Uiguren den es leider nicht mehr gibt. Morgen geht es noch nach Hong Kong und dann schon wieder Richtung Heimat. Es war eine durchweg spannende und interessante Reise aber nun bin ich froh wieder heim zu kommen.

Uigurisch Essen in Urumqi

Viel los in Xi’an

Bell Tower, Xi’an

03.10.2016 Nicht viel in Osh

Irgendwie kamen die zwei Tage hier in Osh unerwartet aber irgendwie scheinen sie wie gerufen zu sein. Alle drei sind wir krank und nutzen die Zeit uns auszukurieren . Gestern lag ich flach, heute die beiden Anderen. Hoffentlich sind sie morgen, wenn es weiter geht, wieder auf der Höhe. Und hoffentlich bleibt es bei mir so gut wie heute… 

Nachtrag:einem geht’s besser, der andere fliegt morgen heim. Schade. Jetzt sind wir nur noch zu 2t. Auch wir restlichen 2 fliegen morgen. Für uns geht es weiter nach Urumqi, der Hauptstadt der Uiguren. 

01.10.2016 Außerplanmäßig Osh

Von Khorog fuhren wir in das malerische Wakhan Valley mit dem Fluss in der Mitte, der immer noch die Grenze zu Afghanistan bildet. Baden in heißen Quellen und ein kleines aber feines Privatmuseum über die Parmiries ergänzen die Fahrt getoppt von einer Übernachtung in einem Homestay die fast genauso eingerichtet war wie das Privatmuseum. 

 Dann geht es auf einer Art Feldweg über einen Pass zum Pamir Highway. Der Pamir ist eine sehr karge Gegend. Hier, wo die Berge schonmal über 7000 m erreichrn, bestimmen zwei intensive Farben das weitläufige Bild: das Braun der Berge und das Blau des Himmels. Auf konstant über 3500 m Höhe ist man dem Himmel nunmal sehr nah aber durch fahren langt und so waren aus den 4 Etappen kurzerhand 3. Ein Tag zu früh in Sary Tash.

Sary Tash ist ein kleines Dorf in Kirgisistan an der Kreuzung des Pamir Highway mit den Straßen nach Dushanbe in Tadjikistan und Kashgar in China. Wir wollten  hier übernachteten und am nächsten Tag weiter nach Kashgar fahren um endlich das köstliche uigurische Essen zu genießen aber die Grenze ist, wie wir erfahren haben, zu. Widersprüchliche Aussagen der Dorfbewohner wann sie wieder öffnet aber alle Varianten sind wohl für uns zu spät. Heute fuhren wir nach Osh um von dort am Dienstag nach China zu fliegen. Na ja, aber standesgemäß ist das halt nicht.

Tadjikische Cowboys

Unterkunft im Wakhan Valley

Auf dem Weg nach Khorog, links Afghanistan

Auf dem Weg nach Khorog, links Afghanistan

Wakhan Valley

Unterkunft im Wakhan Valley

Höchster Punkt der Tour

Blick vom Pass

Sary Tash

28.09.2016 Am Hindukusch

Wir übernachteten heute in Khorog nach 2 Tagen Jeepfahrt, größtenteils entlang der Afganistan Grenze. Die Fahrt war sehr beeindruckend, durch ein enges Tal von hohen, schroffen Bergen umgeben. Die Grenze zu passieren wäre problemlos möglich gewesen allerdings Stünde man dann vor einem unüberwindbaren Berg. Tadjik Air bietet eigentlich einen Linienflug mit einer alten Propellermaschine für diese Strecke an aber die war kaput und man wartete auf Ersatzteile.

Heute geht es weiter die Grenze entlang und anschließend über den Pamir Highway nach Kirgistan und China. Hinter der heutigen Grenze verbirgt sich nur ein schmaler Streifen Afganistan, dahinter werden wir bereits Pakistan sehen können.

24.09.2016 Erfahrungen mit der Höhenkrankheit

Mit dem Zug nach Kumkurgan und dem Taxi zur Usbekisch-Tadjikischen Grenze. Der Taxifahrer hatte uns in sein Herz geschlossen und wollte uns garnicht gehen lassen. 10 Minuten hatte das Verabschieden gedauert. Übernachtung in Dujanbe, (der Stadt, die laut Reiseführer so unwichtig  war, dass für Ihren Namen der Wochentag herhalten musste, an dem der Wochenmarkt  stattfindet „Montag „) und am nächsten Tag mit dem Sammeltaxi ab in die Berge. 

Ein 6 km langer Tunnel inklusive: Sichtweite ca 50 m wegen der Abgase, kein Mittelstreifen, schwere LKW die überholt werden und schließlich  noch die Straßenrotte in die unser Fahrer fast hinein gefahren wäre. Man sieht sie ja kaum in dem Dunst.

Bis zum Ziel  fährt er uns nicht. Man bräuche für die Straße ein Geländeauto. Wir halten das für eine Ausrede aber es war keine. Ich denke, es war die holprige Straße  meines Lebens und die Abgründe an ihrer Seite erst… Immerhin kannte dieser Fahrer seine Straße.  Von 800 m in Dushanbe ging es auf 2500 m, dem Ausgangspunkt  der Wanderung. Interessanterweise  war dies hier ein regelrechtes Campinglager mit Platzwirt und Toiletten und im Sommer soll hier richtig was los sein. Laut Platzwirt kommen vorallem Deutsche und Franzosen.

Am nächsten  Morgen dann die erste Etappe mit 900 m auf 3400 m.Es sind nur 5 km Luftlinie und ich überlege laut, ob wir nicht gleich zwei Etappen laufen können. Die zweite Etappe beinhalten die Passquerung bei 4000 m Höhe.  Helmut meinte, wir müssen uns an die Höhe gewöhnen und sollten daher nach Plan vorgehen. Mir ging es gut bis wir am Tagesziel angekommen waren. Dann machten sie die ersten Anzeichen von Schwindel bemerkbar. Bis abends hatte sich das dann in eine waschechte Höhenkrankheit verwandelt  und es ging mir so dreckig wie selten. Wir beschlossen in der Dunkelheit den Notabstieg mit Stirnlampen zu machen, an ein Ubernachten oder gar weitergehen war nicht zu denken. Jetzt geht es mir wieder fast gut allerdings wird uns der Pamir Highway in den nächsten Tagen in ähnliche Höhen bringen. 

Usbekischer Taxifahrer

Taxifahrt zur Wanderung

Unterer See an der Wanderroute

Schon viel geschafft

Erstes Ziel erreicht

Campingplatz auf 3400 m.

20.09.2016 Usbekistan

Der kulturelle Höhepunkt der Reise war zweifellos Usbekistan mit den Städten Khiva und Samarkand. Hier einige Eindrücke aus Khiva. Die Stadt hat einen zusammenhängen Altstadtkern und ist traumhaft schön. Die Baudenkmäler in Samarkand sind nicht zusammenhängend aber ebenfalls überwältigend. Ein bißchen reich kommt an sich in Usbekistan vor. Die 1000 Sum Scheine sind zirka 15 Cent wert und alles wird damit bezahlt. Man hat die Scheine in Bündeln in der Plastiktüte. Morgen sind wir bereits in Tadjikistan und übermorgen geht die mehrtägige Trecking Tour im Fan Gebirge los.

Khiva

Khiva

Khiva

Viel Geld fürs Geld: ca 100 Euro in lokaler Währung.

18.09.2016 Durch die Wüste

Yazd, Iran

Wir waren in Yazd angekommen und erstmal überwältigt von dem schönen Hotel, in dem wir ein Zimmer hatten. Yazd ist eine Wüstenstadt und völlig angepasst an die sommerliche Hitze. Lüftungstürme nutzen die leichteste Prise zur Kühlung der Innenräume und oft haben die Einwohner im Keller noch einen Aufenthaltsraum in dem es einen Brunnen zur Kühlung gibt. Vor der Weiterfahrt besuchen wir noch die Türme des Schweigens, eine für uns etwas gruselig klingende Stätte für Luftbestattung wie sie im zahatustrischen Glauben noch bis in die 60er hinten praktiziert wurde. Der Iran, oder Persien hat mich sehr positiv überrascht. Die Offenheit, Freundlichkeit und das Intresse der Menschen war beeindruckend. Weiter ging es über Marshat an die turkmenische Grenze

Hotels in Yazd

Stadtblick über Yazd

Durchgang in Yazd

Gemeinsames Tee trinken

Turkmenistan

Turkmenistan ist ein Polizeistaat. Bei der Einreise durchlaufen wir geschätzte 10 Stationen und jeder Bearbeiter trägt uns in seine Liste ein aber schließlich dürfen wir einreisen. Zwei Tage halten wir uns in der Hauptstadt Ashgabat auf und das Gefühl, im orwellschen 1984 angekommen zu sein lässt nicht los.De Dichte an Polizisten und Überwachungskammeras ist beeindruckend und obwohl wir Bewegungsfreiheit haben werden wir das Gefühl nicht los, überwacht zu werden. In dem riesigen Hotel hatte sich außer uns noch genau ein weiterer Gast eingemietet und das Zimmer neben uns bekommen. Der Machthaber steckt seine Einnahmen  aus Erdgas in prunkvolle Gebäude aus weißem Marmor und Goldverzierungen, es gibt beispielsweise eine Synagoge weit vor der Stadt welche menschenleer ist aber dafür eine der größten ihrer Art ist. Einige Menschen sind dann aber doch dort, nämlich das Personal,  das den ganzen Tag die Teppiche gerade rückt und die Springbrunnen reinigt. Das Portrait des Machthabers ist allgegenwärtig. 

Durch die Wüste: im Zug, kurz vor der turkmenischen Grenze

Eines der weniger spektakulären Gebäude: das Theater

Überall präsent: der Machthaber

Spektakulär bereits am Tag: unser Hotel wird nachts in verschiedenen Farben angestrahlt

Moschee ohne Menschen.

Projekt „Wüstenbegrünung“ – einfach giesen, giesen, giesen.

Ich habe das Gefühl, das System ist an der Oberfläche freundlich aber kommt man einmal in seine Fänge so gibt es nicht mehr viel zu lachen. Dies bekam ich während der Weiterfahrt im Nachtzug zu spüren. Der Zugpolizist hatte gesehen, dass ich Bier trinke. Kurz darauf fand ich mich im Polizeiabteil wieder,  dem Polizisten gegenüber. Neben mir noch Helmut, der russischen kann und ein anderer Fahrgast,  mit dem wir bereits ins Gespräch gekommen waren und der von turkmenisch auf russisch übersetzen konnte. Helmut redete mit Engelszungen auf die Amtsperson ein und nach einer gefühlten Ewigkeit war die Rücksendung nach Ashgabat, die dortige Bestrafung und Ausweisung nach Deutschland vom Tisch. Auch den 50 Euro Schein der inzwischen auf dem Tisch lag durfte ich wieder einstecken. Es waren wohl zuviel Zeugen anwesend. So wurde ich schließlich  mit einem kameradschaftlichen Händedruck verabschiedet.
Der Turkmenische mitreißende, der übersetzt hatte lud uns am nächsten Tag zu seiner Familie zum Frühstück ein und wir durften erst nach dem Mittagessen wieder gehen. Bei der Ausreise trafen wir extrem relaxte Grenzpolizisten an. Sie müssten proforma unsere Taschen durchsuchen da die Chefs eventuell über Video zuschauen. Sonst wollten sie nichts von uns. Das waren dann doch noch sehr Angenehme begegnungen, trotzdem wir sind erleichtert, wieder draußen zu sein, aus einer der schlimmsten Überwachungsstaaten dieser Erde. Die Reaktionen des Staates sind infach unberechenbar und man selbst ist ihr machtlos ausgeliefert. Diese Zeilen schreibe ich aus Usbekistan, wo wir inzwischen gut angekommen sind doch das ist eine andere Geschichte…

11.09.2016 Im Iran

In aller letzter Minute sozusagen, hatte ich das begehrte Visum bekommen und konnte wie geplant aufbrechen. Zuerst nach Wien und von Wien weiter nach Isfahan im Iran. Ankunft war um 4 Uhr morgens. Der erste Schock: die reservierten Zimmer waren an andere vergeben worden. Kein Bett, nicht gemütlich ausschlafen. Statt dessen bot man uns die Hotelobby an. Aber auch das kann die Laune nicht verderben. Nach einer Stunde der Entspannung um 5:30 ein erster Morgenspatziergang bis zum Frühstück.  Nach dem Frühstück ein zweiter Morgenspatziergang gefolgt von einem ausgedehnten Mittagsschlaf. Nachmittags gab es Tee auf den wir Eingeladen wurden. Fazit des ersten Tages: sehr entspannt, diese Iraner. Lauter freundliche Leute. Heute geht’s mit dem Bus nach Yazd und irgendwann weiter Richtung Turkmenistan. 

Nacht in der Hotelobby

Armenische Kirche

Brücke

Moschee

Relaxed in der Moschee

Abend in Isfahan

Tee trinken im Tepppichladen

Beim Derwischtraining

06.09.2016 – Vor der Reise

So, die letzten Vorbereitungen laufen und es bleibt spannend bis zum Schluss den zum Beginn der Reise am Freitag werde ich voraussichtlich noch nicht alle Visa zusammen haben. Per Email wird mich die Turkmenische Botschaft informieren wenn bzw. ob das Visum erteilt wird dann kann ich es am Grenzübergang abholen. Aber Strandurlaub kann schließlich jeder… Meine zwei Mitreisenden, Helmut und Bernhard haben ihr Visum schon. Klingt für mich fast wie Strandurlaub 🙂

Erstmal geht es über Wien in den Iran nach Isfahan, das an der Südroute der Seidenstraße liegt. Nach einem Abstecher in die Oasenstadt Yazd fahren wir über Ashgabat in Turkmenistan nach Usbekistan. Khiva und das berümte Samarkand stehen auf dem Plan bevor in Tadjikistan 3 Tage Trecking im Fan Gebirge angesagt sind. Über den Pamir Highway geht es Richtung China das wir mit Hochgeschwindigkeitszügen in 2 Tagen durchqueren. Das Ziel Hong Kong erreichen wir nach 4 Wochen voller neuer Eindrücke. Ich möchte an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen ein paar Impressionen der Reise veröffentlichen. Vorbeischauen lohnt sich also.

Auf der nachfolgenden Karte der geplante Reiseverlauf in rot. Dies können Bahnfahrten oder Bus/Taxi sein. Türkis und Violett ist der „Plan B“ falls das Turkmenistan Visum dauerhaft fehlt (Flug) und Grün ist ein abenteuerlicher Flug der nur bei schönem Wetter stattfindet. Angeblich kratzt der Pilot an den Felsen – als Gleitschirmflieger kann ich da allerdings nur müde lächeln. Mal schauen ob ich das danach noch immer sage. 🙂

Der ungefäre Reiseverlauf in Datum:

  • Flug Stuttgart – Wien – Esfahan
  • 10.9. Esfahan
  • Bus nach Yazd
  • 13.9. Yazd
  • Zug Bafq – Mashad
  • Grenze Turkmenistan
  • 16.9. Ashgabat
  • Zug Ashgabat – Daschoguz
  • Grenze Usbekistan
  • 18.9. Kviva
  • Zug Urgentsch – Samarkand
  • 20.9. Samarkand
  • Zug Samarkand – Kumkurgan
  • Grenze Tadjikistan
  • 21.9. Dushanbe
  • 23.9. – 25.9. Trecking Fan Gebirge
  • Flug Dushanbe – Khorog (Felsenkratzer)
  • 27.9. Khorog
  • Parmir Highway Khorog – Sary Tash
  • Grenze Kirgistan
  • Sary Tash – Irkestam Pass (Grenze China) – Kashgar
  • 4.10. Kashgar
  • Zug Kashgar – Urumqi, Urumqi – Lanzhou, Lanzhou – Xian,
  • 6.10. Xian
  • Zug Xian – Shenzen
  • 8.10. Hong Kong
  • Flug Hong Kong – Zürich – Stuttgart
  • 9.10 Ende.

 

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Written by Florian

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